Jahrelang waren wir Gäste im BSH am Kitzsteinhorn in 2500m Seehöhe. Dieses Foto entstand um 5:30 Uhr im Jahre 2009 als wir wieder auf Trainingslager mit unserer Mannschaft waren.
Jahrelang waren wir Gäste im BSH am Kitzsteinhorn in 2500m Seehöhe. Dieses Foto entstand um 5:30 Uhr im Jahre 2009 als wir wieder auf Trainingslager mit unserer Mannschaft waren.
TEAM  2002 - (vlnr)  Cheftrainer Fritz Url, Schulkoordinatorin Birgit Franek, Markus Rossegger und  Sandra Dissauer
TEAM 2002 - (vlnr) Cheftrainer Fritz Url, Schulkoordinatorin Birgit Franek, Markus Rossegger und Sandra Dissauer

20 Jahre RLZ Langenwang… Das muss man sich schon ein wenig auf der Zunge zergehen lassen. Wenn ich so an die Anfangsjahre zurückdenke, den holprigen Start, den Gegenwind von vielen Seiten, die vielen UPs aber mindestens gleich vielen Downs, so darf ich heute feststellen: All die Anstrengungen und Mühen haben sich mehr als gelohnt und die Kritiker von damals wurden eines Besseren belehrt. Damals meinte man, dass unser Projekt, die Neigungsgruppe Ski Alpin, nicht länger als ein paar Jahre bestehen würde. Ich bin stolz und dankbar, das Projekt RLZ von „Geburt an“ begleitet zu haben, mit und an dem Projekt gewachsen zu sein und auch nach 20 Jahren prägender Momente voller Visionen nach vorne blicken zu dürfen. Das RLZ gäbe es nicht, hätten die beiden Initiatoren, der damalige Bürgermeister und Direktor unserer Schule – Max Haberl sowie der leider viel zu früh verstorbene Skipionier aus Langenwang – Andreas Lair, nicht die Idee im Jahr 1999 ins Leben gerufen. Zu diesem Zeitpunkt waren sie die ersten in der Steiermark, die dieses Vorhaben in die Tat umsetzten. Ihr Ziel war es, ein Angebot für den regionalen Skinachwuchs zu schaffen, welches Bildung und Sport optimal vereint und nachhaltig Erfolg versprach. Dank dem Weitblick der Initiatoren scheint dies 20 Jahre danach gelungen zu sein.

 

Trainerteam 2004-2008 Gabi Lanner und Manfred Gruber
Trainerteam 2004-2008 Gabi Lanner und Manfred Gruber
Der Jahrgang 2005 bis 2008
Der Jahrgang 2005 bis 2008

 

Trotz unzähliger Versuche dem Projekt, welches noch in den Kinderschuhen steckte, zu schaden oder es gar nicht richtig anlaufen zu lassen, lies der damalige Cheftrainer – Fritz Url nicht locker und sich selbst auch nicht beirren. Bei ihm durfte ich in den vier Jahren vieles lernen und miterleben. Die Erinnerungen an damals lassen mich auch heute noch von Zeit zu Zeit schmunzeln. In den ersten vier Jahren steuerte auch Sandra Dissauer, ebenfalls Trainerin von Stunde null an, einen erheblichen Teil zu den ersten Erfolgen bei. Die erlebten Kondi.- und Schneekurse waren damals, wie auch heute, wirklich legendär. Nach 5 Jahren befand sich das Projekt in seiner absoluten Komfortzone. Ganze fünf Minuten dauerte die Anreise mit Bussen in unser hauseigenes Trainingsgebiet, der SKIARENA LAMMERALM. Die dort vorgefundenen Trainingsbedingungen waren rückblickend betrachtet, unglaublich und für die damalige Zeit keine Selbstverständlichkeit. Weitere fünf Minuten später genossen wir am „Gipfel“ immer das beste Essen auf der GIFTHÜTTE.

Im Jahr 2004 wurde ich mit der Funktion als Headcoach betraut, und durfte die komplette Planung, Organisation, Durchführung und Nachbereitung übernehmen. In diesem Jahr verlieh uns auch der steirische Skiverband offiziell den Titel – REGIONALES LEISTUNGSZENTRUM SKI ALPIN. Die darauffolgenden Jahre wurden zu den mitunter erfolgreichsten und kein Gegenwind, so schien es, war zu stark um uns aufhalten zu können.

 

 

Ein Gegenhangfoto aus dem Jahre 2013
Ein Gegenhangfoto aus dem Jahre 2013

 Aufhalten NEIN… aber sich neu zu erfinden schien für mich im Jahr 2013 das Gebot der Stunde zu sein… Unser Wohnzimmer – die SkiArena Lammeralm gab es nicht mehr. Für mich brach damals, wenn man so will eine kleine Welt zusammen: wir mussten unser „Wohnzimmer“ verlassen. Aber damals wie heute, knapp 10 Jahre danach, sehe ich es nach wie vor als große Chance sowie Glück, da das Projekt RLZ Langenwang dadurch um eine qualitative und quantitative Ebene erweitert wurde. Ab der darauffolgenden Saison entstand durch die Notwendigkeit nun die Möglichkeit, in verschiedenen Gebieten skispezifische Trainings anbieten zu können. Das dies aber auch einen wesentlichen Mehraufwand mit sich brachte, war uns allen klar, aber wie so oft im Leben galt auch diesmal… Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und stellt sich sehr schnell auf NEUES ein… So auch wir…

 

RLZ Team 2012/13 österr. Schulschimeisterschaften in Tirol mit Birgit Franek
RLZ Team 2012/13 österr. Schulschimeisterschaften in Tirol mit Birgit Franek

 Nach knapp der Hälfte unserer Schaffenszeit bekamen auch wir das Thema „geburtenschwache Jahrgänge“ zu spüren und so reduzierte sich die TeilnehmerInnenzahl des RLZ Langenwangs zwischenzeitlich auf acht SchülerInnen. Dem Erfolg tat dies jedoch nichts zur Sache, ganz im Gegenteil: In der Saison 2012/13 qualifizierten wir uns mit beiden Teams (M&W) für die österr. Schulskimeisterschaften in Tirol. Nach zwei Jahren, die rückblickend wie im Flug vergingen, hatte das RLZ jedoch wieder einen großen Zulauf an Kindern und mit jedem Jahr wurden die SKIKLASSEN wieder voller. Um so erfreulicher ist die Tatsache, dass es heuer - knapp 15 Jahre danach - wieder eine eigene Skiklasse mit 15 SkirennläuferInnen geben wird. Die Gesamtanzahl an motivierten NachwuchsrennläuferInnen wird aus momentaner Sicht für die Saison 2021/22 knapp an der 40 liegen. Eine Zahl, welche uns nicht nur mit Stolz erfüllt, sondern auch unsere harte Arbeit bestätigt. 

 

 

Vieles hat sich in den 20 Jahren geändert, einige Dinge blieben aber dennoch gleich. Von Beginn an konnte man beobachten, dass viele die Entscheidungen, aufbauend auf Erfahrungswerten der TrainerInnen, mittrugen, einige aber bezüglich Empfehlungen und Vorschlägen resistent zu sein schienen. Heute wie damals finde ich den Satz „Man kann keinen zu seinem Glück zwingen“ passend. Gewisse Dinge haben sich in den vergangenen Jahren in regelmäßigen Abständen immer und immer wieder wiederholt, was die Arbeit oft mühsam gestaltete. Um so erfreulicher ist es im Gegensatz, wenn man mit Eltern und Kindern gemeinsam an einem langfristigen Ziel arbeitet. Eines darf man nämlich nie vergessen: Ab Eintritt in die Schule befinden sich die Kinder in einem Entwicklungsprozess, welcher über gezielte Intervention durch den Sport und den damit verbundenen Faktoren, wesentlich zu einer optimalen Persönlichkeitsbildung beiträgt. Neben der skispezifischen Förderung erfahren die Kinder was Selbstständigkeit, Durchhaltevermögen und (trotz Einzelsport) Teamgeist bedeutet und werden so neben dem Sport auch auf zukünftige Aufgaben, sei es in der Berufswelt oder in einer weiterführenden Schule, vorbereitet. Aus der Erfahrung wissen wir, dass sich dieses hoch gesteckte Ziel nur durch hohe Qualitätsansprüche an uns selbst umsetzen lässt und trotz Nachwuchssport mit Blick auf Leistung, der Spaß immer an erster Stelle stehen sollte. Wenn man als Wegbegleiter und Mentor die Kinder nach der 4. Klasse, im Wissen, dass jede und jeder seinen/ihren Weg machen wird, entlässt, ist dies jedoch Entlohnung genug und lässt Einzelfälle vergessen.

 

Die erfolgreiche Mädchenmannschaft mit Trainerin Karin Blaser
Die erfolgreiche Mädchenmannschaft mit Trainerin Karin Blaser

Immer wieder haben sich Jahrgänge und Klassen gefunden, wo das Zusammenspiel Kinder-TrainerInnen-Schule-Eltern hervorragend funktioniert haben und Erfolg die absolut logische Konsequenz war. Mein persönlicher Favorit in 20 Jahren Nachwuchssport war und ist der Titel „ Vizemeister der Österreichischen Schulskimeisterschaften 2019“ welche damals in Schladming zur Durchführung kamen.

Mit einer hochmotivierten Mädchentruppe, fuhren wir den hochverdienten 2. Rang österreichweit ein und mussten uns nur ganz knapp der Siegesmannschaft geschlagen geben. Es zeigt mir selber das wir auch somit an der Spitze angekommen sind und der Weg unserer Arbeit mit den RennläuferInnen der richtige gewesen ist.

 

Florentina Schnittler beim Gletscherkurs 2016 - Kitzsteinhorn
Florentina Schnittler beim Gletscherkurs 2016 - Kitzsteinhorn
Andreas Gruber - jetziger Fußballbundesliga Spieler
Andreas Gruber - jetziger Fußballbundesliga Spieler
Robert Winkler 2003 bei den steir. Schulskimeisterschaften
Robert Winkler 2003 bei den steir. Schulskimeisterschaften

 

Denke ich an sportliche Erfolge, so denke ich auch an viele großartige Einzelleistungen unserer SchülerInnen, möchte aber hier zwei explizit anführen: Robert Winkler vom SU WSV Langenwang und Florentina Schnittler vom TUS Krieglach. Aber auch an Andreas Gruber damals Starter des WSV Spital, war damals ein Talent sonder gleichen. Er entschied sich aber dem Fußball treu zu bleiben und ist nun ein fixer Bestandteil eines Fußballbundesligavereines. Man sieht es geht auch so erfolgreich zu werden.

 

Mit Robert Winkler, welcher zwischen 2002 und 2006 das RLZ Langenwang besuchte, hat die Schule einen Fixstarter im SkiCross Weltcup hervorgebracht, welcher bei Weltmeisterschaften, den X-Games und bei Weltcuprennen längst Top Platzierungen einfährt.

 

Auf bestem Weg dort hin befindet sich Florentina Schnittler, welche vor 4 Jahren unsere Schule Richtung Schladming verlies. Ihre hervorragenden Leistungen bei FIS Rennen in der heurigen Saison, brachten Flo einen Fixplatz, als eine der Jahrgangsbesten, im ÖSV Nachwuchskader ein.

 

Weltcup Start 2019 von Robert Winkler
Weltcup Start 2019 von Robert Winkler

 Die beiden SportlerInnen verbindet, trotz unterschiedlicher Persönlichkeiten und dem Altersunterschied, der unglaubliche Wille durchzuhalten, kleine Niederlagen als Chance und Motivation zu sehen und den Skirennlauf 100% zu leben. Das Feuer in den Augen, aber auch das Lächeln im Gesicht, sobald beide auf Schnee standen, konnte man schon im Alter von 10 Jahren erkennen, als beide in ihre erste Saison im RLZ Langenwang starteten. Das sind auch die wichtigen "Zutaten" die jeder braucht um im österreichischen Spitzensport erfolgreich zu werden.

 

 

Und da wären wir wieder… Erfolg. Doch Erfolg im sportlichen Rahmen ist oft nur Wenigen vorbehalten. Erfolg per se bedeutet allerdings nicht ausschließlich Spitzenplatzierungen bei Skirennen einzufahren. Vielmehr betrachte ich es als Erfolg, wenn ich von AbsolventInnen unserer Schule nach Jahren zu hören bekomme: „Es war einfach die schönste Zeit meines Lebens im RLZ und der Schule, weil wir so viele Erfahrungen, Herausforderungen und Erlebnisse im Sport erleben durften, die sonst keiner in unserem Alter hatten.  Genau diese Dinge haben mir im Berufsleben dann so viel geholfen, auch wenn ich es damals nicht geglaubt habe.“  

 

Mag. Tim Grabner als Trainer des RLZ LANGENWANG bei seinem "letzten" Kondikurs 2019 im Olympiastützpunkt Faakersee
Mag. Tim Grabner als Trainer des RLZ LANGENWANG bei seinem "letzten" Kondikurs 2019 im Olympiastützpunkt Faakersee

Dennoch sind viele unserer SchülerInnen dem Skisport und dem Sport generell in einer Art und Weise treu geblieben. Sei es als passionierte HobbyrennfahrerInnen, als SkilehrerIn oder SkitrainerIn. Mit Mag. Tim Grabner durften wir über 4 Jahre hindurch einen ehemaligen Schüler am RLZ als Trainer begrüßen, der sich durch seine Expertise und seinen pädagogisch wertvollen und empathischen Umgang mit Kindern auszeichnete. Ebenso freut es mich, mit Sabrina Lair und Fabian Ferk, erneut Ex-SchülerInnen aktuell im Team zu haben und lässt mich zuversichtlich nach vorne blicken.

 

Markus Haas-Rossegger
Markus Haas-Rossegger

Zwanzig Jahre sind nun vorbei… Ich freue mich auf die kommenden 20 Jahre mit all den neuen Herausforderungen, die noch auf uns zukommen werden.

  • Ich möchte mich auf diesem Wege vor allem bei unserem Bürgermeister Rudolf Hofbauer und der gesamten Marktgemeinde Langenwang bedanken, dass sie dies alles ermöglichen und zum größten Teil auch finanzieren.
  • Ein riesengroßer Dank geht auch an unseren Direktor Kurt Schafzahl und die gesamten LehrerInnen unserer Schule! Gerade deswegen weil sich Schule und Sport in einem perfekten TEAM bewegen, funktioniert dieses "SYSTEM" einfach perfekt. Dies ist keine Selbstverständlichkeit und wir Trainer wissen dies sehr zu schätzen! 

 

Last but not Least… An unser gesamtes TrainerInnenteam mit Karin Blaser / Sabrina Lair / Hannes Butter / Ferk Fabian – Ihr seit a Wahnsinn und ich bin mega Stolz auf unser TEAM!!!